Italienische Keramikfliesen aus Sassuolo
Keramik aus Sassuolo: drei Jahrhunderte italienische Fliesenkunst
Wer in Deutschland oder Österreich von italienischen Fliesen spricht, meint oft, ohne es zu wissen, eine kleine Stadt in der Emilia-Romagna: Sassuolo. Hier erfahren Sie, wie die Fliesenregion entstanden ist, wie eine Feinsteinzeugfliese heute hergestellt wird und wie Sie Keramik direkt aus Sassuolo bestellen.
Was der Name bedeutet
„Sassuolo ceramiche“: Keramik mit Herkunftsangabe
Der Name dieser Website ist Italienisch. Ceramiche ist der Plural von ceramica und bedeutet „Keramik“ bzw. „Keramikfliesen“; Sassuolo ist der Ort. Zusammen heißt das schlicht „Keramik aus Sassuolo“.
In der Branche ist das mehr als eine Ortsangabe. Ähnlich wie bei Wein aus einem bekannten Anbaugebiet steht „Sassuolo“ für eine ganze Region, in der seit Jahrzehnten ein großer Teil der italienischen Keramikfliesen entsteht. Architekten, Fliesenleger und Händler in ganz Europa kennen den Namen, auch wenn ihn Bauherren oft zum ersten Mal hören.
Wo alles geschieht
Die Fliesenregion Sassuolo, an beiden Ufern der Secchia
Gemeint ist kein einzelner Ort, sondern ein Landstrich am Fuß des Apennins. Mitten hindurch fließt die Secchia und markiert die Grenze zwischen den Provinzen Modena und Reggio Emilia.
Auf der Modeneser Seite liegen neben Sassuolo die Gemeinden Fiorano Modenese, Maranello und Formigine, auf der Seite von Reggio Emilia Castellarano, Casalgrande und Scandiano. Auf wenigen Kilometern finden sich Fliesenwerke, Hersteller von Pressen und Brennöfen, Glasur- und Farbenhersteller, Prüflabore und spezialisierte Spediteure. Diese vollständige Lieferkette in einem einzigen Tal macht die Region einzigartig.
Auch Ceramiche Sassuolo arbeitet hier: Der Firmensitz ist in Castellarano, nur wenige Minuten von den Werken entfernt, aus denen die Materialien kommen.
Geschichte
Von der Majolika zum Feinsteinzeug: vier Wegmarken
Die Geschichte der Keramik aus Sassuolo ist eine Geschichte von Ton, Wasser und Unternehmergeist. In drei Jahrhunderten führte sie vom handbemalten Geschirr zu automatisierten Linien, die Platten von fast drei Metern Länge fertigen.
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1741
Die Majolika-Manufaktur
Bürger aus Sassuolo gründen im Ortsteil Borgo, am Kanal nach Modena, eine Manufaktur für Majolika. Einige Jahre später übernimmt Giovanni Maria Dallari, investiert in bessere Rohstoffe und holt erfahrene Handwerker aus anderen italienischen Keramikzentren.
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19. Jh.
Die Fliese setzt sich durch
Nach Dallari geht die Manufaktur an Graf Ferrari Moreni und später an die Familie Rubbiani. Die Brüder Carlo und Don Antonio Rubbiani entwickeln die Technik zur Herstellung von Wandfliesen: das Produkt, auf das sich die ganze Gegend spezialisieren wird.
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1960er
Der Aufschwung der Region
Nach dem Zweiten Weltkrieg, getragen von Wiederaufbau und Bauboom, vervielfachen sich die Betriebe. Ab den 1960er-Jahren macht die Industrialisierung die Gegend zu einer echten Industrieregion mit eigenen Zulieferern für Maschinen, Glasuren und Dienstleistungen.
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1983
Die Welt kommt nach Bologna
Die Cersaie startet: die internationale Keramikmesse, zu der jedes Jahr Architekten, Planer und Händler aus aller Welt nach Bologna reisen, um die Neuheiten aus der Region zu sehen.
Seitdem hat die Region nicht aufgehört, sich zu erneuern: zuerst mit effizienteren Massen und Brennverfahren, dann mit Feinsteinzeug, Digitaldruck und Großformaten. Heute kann eine Fliese aus Sassuolo Marmor, Holz oder Naturstein täuschend echt wiedergeben und bietet dabei die technischen Eigenschaften eines industriell gefertigten Werkstoffs.
Der Produktionsprozess
Wie eine Feinsteinzeugfliese entsteht
Vom Rohstoff bis zum Karton durchläuft jede Fliese acht Schritte. Wählen Sie einen Schritt, um zu sehen, was im Werk passiert.
Rohstoffe
Am Anfang steht eine Mischung aus Tonen, Feldspäten und Quarzsanden. Die Tone machen die Masse formbar, die Feldspäte schmelzen beim Brand und verdichten sie, die Sande geben ihr Struktur. Die Rohstoffe stammen aus italienischen und ausländischen Lagerstätten und werden genau dosiert, denn die Rezeptur bestimmt Farbe, Festigkeit und Wasseraufnahme der Fliese.
Mahlen
Die Rohstoffe werden fein gemahlen, meist nass in großen Trommelmühlen mit Mahlkörpern. So entsteht der Schlicker: eine flüssige, völlig gleichmäßige Suspension aus Wasser und feinsten Pulvern.
Sprühtrocknung
Der Schlicker wird in einen Turm mit heißer Luft gesprüht. Das Wasser verdunstet fast augenblicklich, zurück bleibt ein körniges Pulver mit sehr wenig Restfeuchte. Dieses Granulat ist das ideale „Mehl“ für die Presse, weil es gut rieselt und die Form gleichmäßig füllt.
Pressen
Das Granulat wird in hydraulischen Pressen unter sehr hohem Druck verdichtet und erhält so seine Form. Großformatige Platten entstehen mit kontinuierlichen Verdichtungsverfahren, die riesige Formate bei geringer Stärke ermöglichen.
Trocknen
Frisch gepresst enthält die „grüne“ Fliese noch etwas Wasser und ist zerbrechlich. Sie durchläuft deshalb Trockner, in denen sie die Restfeuchte verliert und die Festigkeit für die nächsten Schritte gewinnt.
Glasur und Digitaldruck
Auf die Oberfläche kommen Engobe und Glasuren. Danach folgt der digitale Tintenstrahldruck: Druckköpfe, ähnlich wie in einem Bürodrucker, tragen keramische Tinten auf und geben die Adern von Marmor, die Äste im Holz oder die Körnung von Stein wieder, mit so vielen Varianten, dass jede Fliese anders aussieht als ihre Nachbarin.
Brennen im Rollenofen
Die Fliesen laufen auf Rollen durch Öfen von mehreren Dutzend Metern Länge, in denen die Temperatur auf über 1.200 °C steigt. Der Feldspat schmilzt und schließt die Poren: So entsteht Feinsteinzeug, dicht und mit einer Wasseraufnahme, die laut Norm 0,5 % nicht überschreitet.
Sortieren, Rektifizieren, Verpacken
Jede Fliese wird geprüft: Optische Systeme und Mitarbeiter kontrollieren Fehler, Farbton (die Farbcharge) und Kaliber (das tatsächliche Maß). Die Fliesen werden in erste und zweite Sortierung eingeteilt und, falls vorgesehen, rektifiziert: Die Kanten werden exakt gerade geschliffen, damit sehr schmale Fugen möglich sind. Zum Schluss werden sie verpackt, Farbton und Kaliber stehen auf dem Karton.
Made in Sassuolo
Warum Fliesen aus Sassuolo für Qualität stehen
Der Wert der Keramik aus Sassuolo liegt nicht in einem Geheimrezept, sondern in der Dichte an Know-how. In der Region arbeiten Fliesenhersteller Seite an Seite mit den Ingenieuren, die die Maschinen bauen, mit den Farbenherstellern, die Glasuren und Tinten entwickeln, und mit den Laboren, die das Material prüfen. Jede Neuerung spricht sich in kürzester Zeit von Betrieb zu Betrieb herum.
Die Fliesen werden nach internationalen Normen klassifiziert und geprüft, etwa nach ISO 10545 (Prüfverfahren) und EN 14411 (Klassifizierung). Das bedeutet messbare Werte zu Wasseraufnahme, Bruchfestigkeit, Frostbeständigkeit, Fleckenbeständigkeit und Abrieb.
Auch in Nachhaltigkeit hat die Region investiert: Die Rückführung von Produktionsabfällen, die Wiederverwendung von Prozesswasser und die Kontrolle der Emissionen gehören heute zum normalen Betrieb.
Woran Sie eine gute Fliese erkennen
- Wasseraufnahme
Feinsteinzeug liegt unter 0,5 %: frost- und fleckenbeständig, also auch für Terrasse und Balkon geeignet.
- Rutschhemmung
Die Klassen R9 bis R13 beschreiben die Trittsicherheit. Welche Klasse für Bad, Treppe oder Außenbereich vorgeschrieben ist, regeln die Vorgaben in Ihrem Land.
- Rektifiziert oder nicht
Rektifizierte Kanten erlauben schmale Fugen und ruhige Flächen; Fliesen mit naturbelassenen Kanten brauchen etwas breitere Fugen.
- Farbton und Kaliber auf dem Karton
Für einen Raum Fliesen aus derselben Charge verwenden: gleicher Farbton und gleiches Kaliber sorgen für ein einheitliches Bild.
Keramik aus Sassuolo heute
Vom handwerklichen Dekor zur großformatigen Platte
Die Technik der Region erlaubt beides: die Tradition der Majolika neu zu interpretieren und riesige Flächen zu fertigen, die wie Naturstein wirken.






Direkt aus der Region
Italienische Keramikfliesen aus Sassuolo kaufen, auch in Deutschland und Österreich
Wer nah an der Produktion kauft, hat echte Vorteile: weniger Zwischenstufen zwischen Werk und Kunde, Zugang zu Kollektionen und Sonderangeboten, die selten in die Ausstellungen vor Ort gelangen, und Beratung von Menschen, die täglich mit diesen Materialien arbeiten.
Genau so arbeitet Ceramiche Sassuolo. Seit 2010 verkauft das Unternehmen von Castellarano aus, mitten in der Region, Boden- und Wandfliesen aus Feinsteinzeug online, aus italienischer Produktion und importiert. Unser Team berät Sie auf Deutsch, auch per Telefon und E-Mail. Der Onlineshop selbst ist auf Englisch.
Bestellen aus dem Ausland
So läuft eine Bestellung aus Italien ab
Fliesen sind schwer, sperrig und zerbrechlich. Eine Bestellung ist deshalb nie ein Kauf mit einem Klick: Jede Bestellung läuft über ein Angebot. So erhalten Sie die richtige Menge aus einer einzigen Charge, geliefert so, wie es zu Ihrer Baustelle passt.
Die Fliesen reisen auf Paletten mit Palletways, einem Netzwerk für Express-Palettenfracht, und die Sendungen sind versichert. Ceramiche Sassuolo liefert in 24 europäische Länder; ob Ihr Lieferort dazugehört und welche weiteren Ziele möglich sind, klären wir im Angebot. Lieferzeit und Transportkosten hängen vom Zielland und von der Menge ab und stehen immer im Angebot.
Mehr zu Transport und Bestellung finden Sie auf der Versandseite und in den FAQ von Ceramiche Sassuolo (auf Englisch).
In vier Schritten zur Lieferung
- Auswählen
Stöbern Sie im Shop nach Optik oder Format und notieren Sie die Produkte und die benötigten Quadratmeter.
- Nachfragen
Schreiben oder rufen Sie uns an, auf Deutsch: Wir prüfen Verfügbarkeit, Mengen und ob die Fliese zu Ihrem Raum passt.
- Angebot erhalten
Material und Transport bis zu Ihrer Adresse in einem Dokument. Bestellen Sie alles auf einmal, plus einige Reservefliesen aus derselben Charge.
- Palette annehmen
Teilen Sie uns Zufahrt und Abladesituation vorab mit. Prüfen Sie bei Ankunft die Anzahl der Packstücke und vermerken Sie eventuelle Schäden vor der Unterschrift auf dem Lieferschein.
Häufige Fragen
Keramik aus Sassuolo: häufige Fragen
Was bedeutet „Sassuolo ceramiche“?
Es ist Italienisch und heißt wörtlich „Sassuolo Keramik“ bzw. „Keramik aus Sassuolo“. Sassuolo ist die Kleinstadt in der Emilia-Romagna, nach der eine der bekanntesten Fliesenregionen der Welt benannt ist.
Wo liegt die Fliesenregion Sassuolo?
In der Emilia-Romagna in Norditalien, zwischen den Provinzen Modena und Reggio Emilia entlang des Flusses Secchia. Neben Sassuolo gehören auf Modeneser Seite Fiorano Modenese, Maranello und Formigine dazu, auf der Seite von Reggio Emilia Castellarano, Casalgrande und Scandiano.
Was ist Feinsteinzeug?
Feinsteinzeug, in Italien „gres porcellanato“, ist eine Keramik aus Tonen, Feldspäten und Quarzsanden, die unter sehr hohem Druck gepresst und bei hoher Temperatur gebrannt wird. Es ist sehr dicht und nimmt kaum Wasser auf (laut Norm höchstens 0,5 %), deshalb ist es frostbeständig, fleckunempfindlich und abriebfest.
Was bedeutet rektifiziert?
Bei rektifizierten Fliesen werden die Kanten nach dem Brand geschliffen, damit sie exakt gerade und rechtwinklig sind. So lassen sich sehr schmale Fugen und eine ruhige, durchgehende Fläche verlegen.
Kann ich Fliesen aus Sassuolo nach Deutschland oder Österreich liefern lassen?
Ceramiche Sassuolo liefert in 24 europäische Länder. Welche Länder dazugehören, ob Ihr Lieferort erreichbar ist und welche weiteren Ziele auf Anfrage möglich sind, klärt das Team mit Ihnen im Angebot.
In welcher Sprache werde ich beraten?
Unser Team berät Sie auf Deutsch, auch per Telefon und E-Mail. Der Onlineshop selbst ist auf Englisch.
Wie werden die Fliesen versendet?
Die Fliesen reisen auf Paletten mit Palletways, einem Netzwerk für Express-Palettenfracht, und die Sendungen sind versichert. Lieferzeit und Transportkosten hängen vom Zielland und von der Menge ab und stehen in Ihrem Angebot.
Weitere Antworten zu Versand und Bestellung in den FAQ von Ceramiche Sassuolo (auf Englisch).